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Maschinen- und EnergieanlagentechnikEnergieeinsparung durch gering-investive technische und organisatorische Maßnahmen in komplexen Wärme- und Kälteanlagen

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Engito

Energieeinsparung durch gering-investive technische und organisatorische Maßnahmen in komplexen Wärme- und Kälteanlagen

Projektförderung:

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Das Vorhaben „ENGITO“ (Projektlaufzeit: 01/2017 bis 02/2020) wird im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin (Förderkennzeichen 1052-B5-0).

Motivation:

Zur Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser wird in Deutschland ca. 35% der gesamten Primärenergie aufgewendet . Etwa ein Drittel dieser Energie wird in Nichtwohngebäuden umgesetzt. In vielen Fällen benötigen Nichtwohngebäude zusätzliche Energie zur Klimatisierung und für spezielle Kälteanwendungen. Entsprechend kommt den Anlagenkonzepten im Nichtwohngebäudesektor ein besonderes Gewicht zur Erreichung von Energieeinsparzielen zu. Durch Integration von erneuerbaren Energien (Solarthermie, Geothermie), Kraft-Wärmekopplung (Blockheizkraftwerke, Mikrogasturbinen) und moderne Wärmepumpentechnologien (Kompressions-, Absorption- und Adsorptions-Wärmepumpen bzw. -Kälteanlagen, Gasabsorptionswärmepumpen) werden die Systeme tendenziell komplexer. Auch die effizienzbedingte energetische Verknüpfung von bisher separat versorgten Energiedienstleistungen (Wärme + Kälte, Strom + Wärme) führt zu zusätzlichen Schnittstellen innerhalb der Systeme, die deren Komplexität erhöhen. Schwierigkeiten in der Betriebsführung, Systemintegration oder der Auslegung von Standardkomponenten wirken sich durch die ausgeprägte Temperaturabhängigkeit über die Schnittstellen in Wärme- und Kältesystemen stärker auf die Gesamteffizienz aus als in Bestandsanlagen. Die Identifizierung von verbleibenden Energieeinsparmaßnahmen in den komplexeren Systemen ist bisher mit einem hohen Personal- und Kostenaufwand für die notwendige Messtechnik verbunden, während die Maßnahmen selbst nur geringe Kosten verursachen. In beispielhaften Projekten konnten Optimierungsmaßnahmen bisher nur mit hohem personellem und technischem Aufwand identifiziert werden. Erfahrungen zu Problemen in komplexen Anlagen liegen bisher nur vereinzelt und anekdotisch vor und wurden nicht systematisch zusammengetragen.

Projektinhalte und Projektablauf:

Innerhalb des Projektes werden konkrete technische und organisatorische Maßnahmen bzgl. Potenzialen, Nutzen und Amortisationszeiten analysiert. Als technische Maßnahmen sind unter anderem Regleranpassungen, Ventileinstellungen, Pumpenaustausch und -einstellung, hydraulische Variationen und Wärmeübertrageraustausch aufzuführen. Nicht-technische Veränderungen können organisatorische Maßnahmen auf der Ebene des Wissensmanagements, der Gestaltung von Entscheidungsprozessen, der Festlegung von Verantwortlichkeiten oder Aspekte der Organisationskultur beinhalten und das Erkennen von Potenzialen und die Umsetzung von Maßnahmen fördern.

Weiterhin werden einfache Hilfsmittel zur Identifikation konkreter Maßnahmen und zur Analyse der Einsparpotenziale für komplexere Anlagentechnik entwickelt. Derartiges Wissen wird besonders vor dem Hintergrund der weiteren Verbreitung von technologisch hochwertiger Anlagentechnik wichtig und würde auch die Planungs- und Umsetzungsprozesse günstig beeinflussen. Innerhalb des Projektes wird der Prozess zur Identifikation von geeigneten Energie- und CO2-Einsparmaßnahmen in komplexen, multivalenten Anlagensystemen analysiert und optimiert. Zielstellung ist es, insbesondere nicht-invasive Messtechnik zum Einsatz im laufenden Betrieb anzuwenden.

Das konkrete Einsparpotenzial der identifizierten Maßnahmen wird durch ingenieur- und sozialwissenschaftliche Untersuchungen in etwa 35 Liegenschaften mit unterschiedlicher Technikausstattung analysiert werden. Messkampagnen in unterschiedlicher Detailtiefe liefern die Basisdaten und qualitative und quantitative Befragungen dienen der Identifikation wesentlicher Hemmnisse und der Bestimmung von an die jeweiligen Nutzer angepassten Hilfsmitteln. Bereits während der Projektlaufzeit werden konkrete Einsparmaßnahmen umgesetzt und analysiert und die Hilfsmittel mit den relevanten Akteuren optimiert. Als Ergebnis liegen somit praxiserprobte gering-investive Maßnahmen samt Anwendungs- und Umsetzungsempfehlungen vor, welche empirisch abgesichert sind und auf weitere Liegenschaften übertragen werden können.

Projektflyer

Projektflyer mit Informationen für an der Teilnahme interessierte Liegenschaften

gefördert durch:

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